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Kastration von Hündinnen
Von Elaine Schnee und C. Piontek

Fast jeder, der sich eine Hündin hält, überlegt wahrscheinlich früher oder später: Sollte eine Kastration durchgeführt werden oder nicht? Meist ist das keine leichte Entscheidung. Bedenken und Fragen kommen auf. Sollte die Hündin nicht wenigstens einmal Welpen gehabt haben, um ein vollwertiges Leben zu führen? Welchen gesundheitlichen Risiken ist sie ausgesetzt, wenn sie nicht kastriert wird? Was genau ist eine Kastration? Was passiert bei solch einem Eingriff eigentlich? Und welche Vor- und Nachteile hat so eine OP?

In diesem Fall sollten Sie zunächst mit Ihrem Tierarzt besprechen, ob bei der betreffenden Hündin eine Kastration angebracht ist oder nicht. Er beantwortet alle offenen Fragen und untersucht das Tier gründlich.

Dass Hündinnen wenigstens einmal Welpen gehabt haben sollten, bevor man sie kastriert, ist wissenschaftlich nicht belegt und daher als Ammenmärchen zu werten. Dagegen ist aus Sicht der Tiermedizin sicher, dass unkastrierte Hündinnen vielfältigen gesundheitlichen Risiken ausgesetzt sind. Der Stress der Läufigkeit ist nur das kleinste Problem. Viel gravierender sind Scheinschwangerschaften, die der Hündin psychisch und physisch zu schaffen machen.
Möglich ist auch, dass sich eine eitrige Gebärmutterentzündung oder gar Gesäugekrebs entwickelt. Beides kann tödlich sein. Eine Kastration beendet solche Leiden oder reduziert zumindest das Risiko einer Erkrankung. Gesäugekrebs beispielsweise kann je nach Zeitpunkt des Eingriffs erheblich begrenzt werden. Prof. Nolte von der tierärztlichen Hochschule hat seine Erfahrungen in Zahlen zusammengefasst:

  • Kastriert man eine Hündin vor der ersten Läufigkeit, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass sie Tumore bekommen wird, bei unter 2 Prozent!
  • Wartet man bis nach der ersten Läufigkeit, geht es rauf auf 8 Prozent.
  • Nach der zweiten Läufigkeit steigt das Krebsrisiko bereits auf 25 Prozent!
  • Nach der dritten Läufigkeit ist die Bildung von Tumoren durch eine Kastration nicht mehr zu beeinflussen.

Statt der Hündin zuliebe also unnötigerweise einen Wurf abzuwarten, der anschließend womöglich im Tierheim landet, sollte die Devise in puncto Kastration vielmehr lauten: Je früher, desto besser!

Bei der Kastration handelt es sich um einen operativen Eingriff, bei dem die Eierstöcke und gegebenenfalls auch die Gebärmutter entfernt werden. Sie unterscheidet sich grundsätzlich von der Sterilisation, bei der lediglich die Eileiter unterbunden und weiterhin Hormone produziert werden. Die Hündin wird nach wie vor läufig, nur schwanger werden kann sie nicht. Bei der Kastration ist das anders: keine Hitze, keine lauernden Rüden, kein Blut mehr.

Eine Kastration kann auf verschiedene Weise durchgeführt werden. Da gibt es entweder die herkömmliche Methode mit einem wenige Zentimeter langen Bauchschnitt oder die so genannte Lapraskopie, bei der nur drei kleine Zugänge für ein Endoskop und die beiden Arbeitsgeräte gemacht werden. Der Arzt verfolgt die Operation am Monitor. Der Vorteil: Bei der Labraskopie bleiben nur winzige Narben zurück. Allerdings muss man dafür auch tiefer in die Tasche greifen als bei einer herkömmlichen Kastration. Hier die Kosten zum Vergleich:

Eine Kastration kann auf verschiedene Weise durchgeführt werden. Da gibt es entweder die herkömmliche Methode mit einem wenige Zentimeter langen Bauchschnitt oder die so genannte Lapraskopie, bei der nur drei kleine Zugänge für ein Endoskop und die beiden Arbeitsgeräte gemacht werden. Der Arzt verfolgt die Operation am Monitor. Der Vorteil: Bei der Labraskopie bleiben nur winzige Narben zurück. Allerdings muss man dafür auch tiefer in die Tasche greifen als bei einer herkömmlichen Kastration. Hier die Kosten zum Vergleich:

  • herkömmliche Kastration: 250 bis 300 Euro
  • Lapraskopie: 400 bis 600 Euro

Die Preise sind per Gebührenordnung festgeschrieben. Bei beiden Formen der Kastration wird die Hündin mit einer Narkose betäubt und kann nach einer Aufwachphase mit einem Kragen oder einer Manschette ausgestattet nach Hause entlassen werden. Diese Hilfsmittel sollen verhindern, dass sie die Wunde belecken kann und sie sich die Fäden zieht. Nach zwei bis drei Tagen wird der Schnitt untersucht und nach etwa zehn Tagen können die Fäden entfernt werden.

Wie bei allem gibt es allerdings auch bei der Kastration zwei Seiten. So birgt der Eingriff mögliche Nebenwirkungen. Bei einigen Rassen kann sich das Haarkleid verändern. Besonders langhaarige Hündinnen können dann wieder ein Welpenfell ausbilden. Die gewichtigeren Damen vor allem neigen möglicherweise zu unkontrolliertem Harnverlust. Und: Der Appetit kann sich nach der Kastration vergrößern. Wer dann auch mehr füttert, hat schnell eine fettleibige Hündin. Mit den gleichen Futterrationen wie vor der Kastration und Bewegung können Herrchen und Frauchen diesen Punkt aber gut in den Griff bekommen.

 



                            Kastration des Rüden

Im Alter von ungefähr 9 Monaten beginnen Rüden geschlechtsreif zu werden. Man erkennt das "Erwachsenwerden" gut daran, daß die Tiere anfangen beim Harnabsatz das Bein zu heben und immer häufiger zu markieren. Aber nur wenige Rüden werden zur Zucht verwendet. Den anderen wird wie selbstverständlich ein Leben in Keuschheit abverlangt. Besonders in Gegenden mit vielen Hündinnen, die abwechselnd läufig werden, wird der Geschlechtstrieb der Rüden stark stimuliert, was nicht selten triebbedingte Frustration zur Folge hat. Viele, vor allem junge Rüden, versuchen ihren Trieb mit Deckversuchen an Personen und Gegenständen zu befriedigen, die Tiere werden von Unruhe und Nervosität geplagt, streunen, entwickeln Zerstörungswut und legen vermehrte Aggressivität an den Tag. Nicht selten verweigern die Rüden vor Unruhe das Futter und lecken sich vermehrt, bis schlimme Leckekzeme an den Pfoten oder den Hoden entstehen.

Streuner, die völlig kopflos hinter dem "Duft der Hündinnen" her sind, laufen Gefahr unter einem Auto zu enden, denn in diesem Zustand zählt keine Vorsicht mehr, sondern nur noch das "heiße" Weibchen. Für diesen Trieb wird bei verschlossener Haustür sogar aus dem Fenster gesprungen, "heulend" die Nacht verbracht und bei jedem Wetter stundenlang vor dem Haus der Angebeteten verharrt. Einige Rüden leiden so sehr unter ihrer Hypersexualität, dass es zur schmerzhaften Prostataentzündung oder sogar zu hormonell bedingten epileptischen Anfällen kommt. Um solch quälerischen Triebstau zu vermeiden, empfiehlt sich die Kastration.

Viele Vorurteile werden dagegen geäußert, weil dieser Eingriff "vermenschlicht" gesehen wird. Dagegen steht die positive Meinung namhafter Hundepsychologen und Mediziner. Dem Rüden entstehen durch die Kastration keine gesundheitlichen Nachteile. Ganz im Gegenteil, Hodentumore können nicht entstehen, das Risiko von Prostatatumoren im Alter sinkt deutlich, bestehende Prostatavergrößerungen, die zu Harnabsatz- und vor allem zu Kotabsatzproblemen führen, bilden sich zurück, die Neubildung wird verhindert, und auch die Gefahr, daß Perinaldrüsentumoren entstehen oder nachwachsen sinkt. Vergrößert sich die Prostata so stark, daß kaum oder sogar kein Kot mehr abgesetzt werden kann, können Kotanschoppung und ständiges Pressen zur Perianalhernie (Dammbruch) und zu Rektumdivertikeln (Enddarmaussackung) führen.

Ist auch die Harnblase betroffen, begünstigen ständige Miktionsbeschwerden Blasenentzündungen. Manche Rüden leiden unter massivem Haarausfall, der durch ein Ungleichgewicht der Geschlechtshormone verursacht wird, auch hier hilft die Kastration. In seltenen Fällen kommt es nach dem Kastrieren zum Auftreten von feinem, glanzlosem Welpenhaar seitlich am Rumpf und außen an den Beinen. Wenn gewünscht kann dieser Schönheitsfehler (betroffen sind vor allem langhaarige, rote Rassen, wie z.B. Cocker Spaniel oder Irish Setter) aber gut durch entsprechende Hormonspritzen behoben werden.

Kastrieren macht nicht dick! Allerdings kann die Futterverwertung besser werden. Bei richtiger Fütterung, z.B. mit einem kalorienreduzierten Futter, bleibt ihr Hund auch kastriert schlank und wird nicht faul, sondern oft spielfreudiger, da ihm seine "Jugend" erhalten bleibt. Die Lern- und Arbeitsfähigkeit steigt in der Regel, da Kastraten weniger abgelenkt und somit konzentrierter sind. Auch psychische Probleme entstehen nicht, denn der fehlende Geschlechtstrieb wird nicht als solcher realisiert. Um übermäßig aggressives Verhalten anderen Rüden gegenüber zu vermindern, empfiehlt sich die Kastration vor dem 2. (bis 3.)Lebensjahr, später ist das Territorialverhalten zu sehr im Wesen verankert und nicht mehr allein hormonell gesteuert.

Gegen den gesteigerten Geschlechtstrieb helfen auch Hormonspritzen. Sogenannte Depotgestagene dämmen die Hypersexualität für 2 - 3 Monate ein, haben aber keinen dauerhaften Einfluß auf die erwähnten geschlechtsspezifischen Erkrankungen des Rüden. Sicherlich stellen sie jedoch eine gute Alternative für kurzfristige, akute Beschwerden dar.

Sollten auch ihrem Rüden demnächst die "Frühlingsgefühle" zu schaffen machen oder er sogar bereits hormonell bedingt gesundheitliche Probleme haben, lassen sie sich von ihrem Tierarzt beraten, wie dem armen Kerl zu helfen ist.


                         Falls Sie noch Fragen zum Thema Kastration haben ,

                                     klicken Sie einfach auf den Link                                 

                              http://www.vets4pets.ch/Hunde/kastration_hunde.html

 

 
                                 
 
 






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