Patella Luxation ( PL ), generalisierte Progressive ( gPra), Ellenbogendysplasie (ED)

   Hydrocephalus (Wasserkopf), Epilepsie, Persistierende Fotanelle(nicht geschlossene Schädeldecke)

Lebershunt

Herzerkrankungen

                                 
                            Shunt 

                postage-systemic Shunt 
                         of Allana Kasperczyk ( vet. med.)

 Bei einer gesunden Leber wird das Blut, welches mit Nähr- und
Giftstoffen aus dem Magen- und Darmtrakt angereichert ist, über die
Portalvene (Pfortader) in die Leber transportiert. Dort wird es
gefiltert, die teilweise schädlichen Nebenprodukte der
Stoffwechselvorgänge werden zu ungiftigen Abfallprodukten umgewandelt,
und das Blut nimmt seinen Weg aus der Leber wieder in den
Blutkreislauf.
Die im Blut gelösten Nähr- und Abfallstoffe werden auf dem Weg über das
Herz ihren Bestimmungsorten zugeführt und dort verbraucht, gespeichert
oder ausgeschieden.
Im Embryonal-Stadium des Hundes wird die Leber durch ein Gefäß (Ductus
venosus) überbrückt, da der Blutkreislauf des ungeborenen Welpen über
die Placenta mit dem Blutkreislauf der Mutter verbunden ist und deren
Leber die Reinigungsfunktion übernimmt. Normalerweise schließt sich
dieses Gefäß kurz vor oder spätestens 1 - 3 Tage nach der Geburt.
Sofern sich dieses Gefäß nicht schließt, sondern erhalten bleibt und
mitwächst, wird das Blut weiterhin an der Leber vorbeigeführt, so dass
diese ihre Entgiftungsfunktion nicht wahrnehmen kann. Dieses Blutgefäß
nennt man "Shunt" (= Verbindung). Da die Leber nicht beansprucht wird,
bleibt sie in der Entwicklung zurück. Die Stoffe aus dem Darm gelangen
ungefiltert über den Blutkreislauf in den ganzen Körper.
Insbesondere das Abbauprodukt Ammoniak wird nicht, wie in einer
gesunden Leber zu Harnstoff umgewandelt, und kann so im Gehirn und im
ZNS schwere Schäden anrichten.
Es werden mehrere Formen des Shunts unterschieden: beim
"intrahepatischen Shunt", liegen ein oder mehrere überbrückende Gefäße
innerhalb der Leber vor. Beim  "extrahepatische Shunt" liegen ein oder
mehrere überbrückende Gefäße außerhalb der Leber vor.
Kleine Hunde (Toy-Dogs) haben überwiegend extrahepatische Formen, bei
großen Hunden liegt überwiegend eine intrahepatische Form vor.
Ein Shunt kann sowohl angeboren, als auch durch eine Lebererkrankung
entstanden sein.


Symptome und Diagnose
Das heimtückische an dieser Erkrankung ist, dass sie sich schleichend
entwickelt und die ersten Symtome nicht als solche zu erkennen sind.
Sie können bereits in der 5./6. Woche auftreten oder erst nach mehreren
Monaten, was auch von der Form des Shunts abhängt. Die Welpen sind in
der Regel sehr ruhig und ausgeglichen, weniger lebhaft als die
Wurfgeschwister, machen beim Spiel mehr Ruhepausen, sind schlechte
Fresser und am schlechtesten geht es ihnen häufig direkt nach dem
Füttern. Sie erbrechen häufig, nehmen schlecht zu, bleiben in der
Entwicklung zurück und der Haarwechsel kann sich verzögern.
Die Symptome können einzeln oder gehäuft auftreten und sind nicht
eindeutig auf einen Shunt zurückzuführen (,besonders wenn sie nicht
stark ausgeprägt sind). Erst wenn durch die innere Vergiftung Schäden
im Gehirn und ZNS verursacht werden, treten massive Symptome auf:
sinnloses zwanghaftes Kreislaufen, Torkeln, Umfallen, Apathie und
Somnolenz, bis hin zu Krämpfen und einem plötzlichen Koma.
Nach dem ersten Anschein könnten diese Symptome auch von anderen
Erkrankungen, wie z.B. einer Gehirnerschütterung, einem Gehirntumor
oder einer Hirnhautentzündung hervorgerufen werden, oder dem Zustand
nach einem epileptischen Anfall entsprechen.  Die genaue Ursache kann
hier nur ein versierter Tierarzt oder besser noch eine Tierklinik
feststellen.


Behandlung
Es besteht die Möglichkeit, die betroffenen Tiere bei strenger Diät und
medikamentöser Unterstützung für eine Zeit lang zu stabilisieren.
Trotzdem ist die Lebenserwartung dann nicht besonders hoch.
Bei jungen Tieren mit angeborenem Shunt kann man einen Eingriff in
Erwägung ziehen, der das Gefäß verschließt. Durch die Schwierigkeit der
Operation ist mit hohen Kosten zu rechnen. Ein extrahepatischer Shunt
ist bei einer herkömmlichen Operation besser zugänglich und leichter zu
behandeln, d.h. der Verschluß des fehlerhaften Gefäßes kann durch
langsames Verengen von außen herbeigeführt werden. Wesentlich
schwieriger ist es beim intrahepatischen Shunt, der von außen nicht
zugänglich ist und dessen Lage und Größe innerhalb der Leber vor der
Operation nicht immer vollständig festgestellt werden kann.
In der Tiermedizinischen Uniklinik Giessen wird der Shunt mit einer
relativ neuen Methode behandelt. Hierbei wird ein Katheder von der
Halsvene bis zum Shunt eingeführt und darüber eine spezielle Spirale
eingesetzt, die dann zum langsamen Verschluß des Shunts führt. Die
Dauer bis zum vollständigen Verschluß kann von wenigen Tagen bis zu
zwei Wochen dauern.
Im besten Fall kann dann das Tier  nach einer weiteren Schonzeit, in
der weiter strenge Diät einzuhalten ist, wieder langsam auf normale
Ernährung umgestellt werden.
Der Erfolg der Behandlung hängt von Art, Ausprägung und bereits
entstandenen Schäden ab und ist bei jedem Tier individuell verschieden.
Eine Zucht mit erkrankten Tieren sollte unterbleiben auch wenn sie
erfolgreich therapiert wurden, da der angeborene Lebershunt eine
erbliche Erkrankung ist. Dieses ist in Deutschland sogar gesetzlich
verboten (§11b Tierschutzgesetz).
Eine Verpaarung eines befallenen Tieres mit einem genetisch gesunden
Tier führt immer zu gesunden Anlageträgern, die Ihrerseits die Anlagen
und auch die Erkrankung weitergeben können.
Eine Verpaarung mit Anlageträgern ist unweigerlich an ein hohes Risiko
geknüpft, erkrankte Welpen zu bekommen.
Somit sollten auch beide Tiere aus der Zucht genommen werden, aus deren
Verbindung Lebershunt-Welpen hervorgegangen ist.

Um mehr über Lebershunt zu wissen, klicken Sie auf dem Link

                                 

                      http://www.lebershunt.de
 

 









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